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„Eat Lead: The Return of Matt Hazard” erschien noch auf DVD bzw. Blu-ray, auf Grund schwacher Verkaufszahlen des besagten Erstlings gibt es den Nachfolger, „Matt Hazard: Blood Bath and Beyond“, seit Ende letzter Woche hingegen ausschließlich als Download für 12,99 Euro. „Eat Lead“ war Trash, jedoch durchaus unterhaltsamer Trash. Und genau das gilt auch für „Matt Hazard: Blood Bath and Beyond“. Was das Spiel auszeichnet und warum es sein Geld wert ist, erfahrt ihr in diesem Review! Matt Hazard ist ein Actionheld, wie er im Buche steht: In dutzenden Videospielen hat er unzähligen Feinden in den Hintern getreten und die Welt dabei immer wieder gerettet. Zumindest behauptet Matt das. In Wirklichkeit war er bis zur Veröffentlichung von „Eat Lead“ im letzten Jahr gänzlich unbekannt – ganz einfach deshalb, weil er noch nie in einem Spiel aufgetreten war. Ob ihr diesen Running Gag nun komisch findet oder nicht, bleibt ganz alleine euch überlassen. Ein gewisses Maß an Kreativität muss man den Entwicklern aber zugestehen: In „Blood Bath and Beyond“ muss Matt keinen Geringeren als sein eigenes 8-Bit Alter Ego aus der guten, alten Zeit vor der Vernichtung bewahren. Fortan müsst ihr euch durch acht Levels kämpfen und beweisen, dass ihr der Actionheld seid, der ihr zu sein vorgebt.
Im Gegensatz zum Vorgänger ist „Matt Hazard: Blood Bath and Beyond“ wie ein klassischer 2D-Shooter aufgebaut, ihr bekommt also etwas im Stile von „Contra“ und „Shadow Complex“ geboten. Matt kann nur von links nach rechts und umgekehrt laufen, hin und wieder muss er auch mal eine Ebene nach unten oder oben klettern. Dennoch passiert es mitunter, dass ihr den weiteren Verlauf des Weges auf den ersten Blick nicht erkennen könnt. Das ist immer etwas nervig, aber nicht weiter tragisch. Viel ärgerlicher ist, dass wohl fast alle Levels irgendein anderes Spiel parodieren, aber keine Parodie wirklich gut verwirklicht werden konnte. Der erste Level nimmt zum Beispiel „BioShock“ auf die Schippe, bietet jedoch nicht mehr als ein paar optische Anspielungen und Feinde, die den Big Daddys ähnlich sehen. Lustige Witze sucht ihr vergebens. Ähnlich mau sieht es aus, wenn später „Mirror’s Edge“, „Super Mario“, „Fluch der Karibik“ und „Ninja Gaiden“ an der Reihe sind. Mit Ausnahme der „BioShock“ und „Super Mario“ Parodien sind auch keine zweifelsfrei zuzuordnen. Es kann also durchaus sein, dass die Entwickler überhaupt nicht „Fluch der Karibik“ meinen, sondern irgendein anderes Piratenspiel. Auf Jack Sparrows Abenteuer bin ich nur deshalb gekommen, weil sich einige der gegnerischen Piraten … naja … etwas „seltsam“ bewegen.
Die schwächelnde Komik ändert jedoch nichts daran, dass die Action absolut kompromisslos ist. „Matt Hazard: Blood Bath and Beyond“ erfordert von euch maximale Aufmerksamkeit und gute Reflexe. Die Geschosse eurer Gegner fliegen relativ langsam, jedoch ist es unabdingbar, dass ihr ihnen ausweicht – bereits wenige Treffer bedeuten euer Ende. Und unbegrenzt viele Continues habt ihr nur auf dem niedrigsten der drei Schwierigkeitsgrade. Die Feinde kommen nicht nur von links oder rechts, sondern auch von oben und unten und aus dem Hintergrund. Wenn ihr auch nur einen kleinen Augenblick unaufmerksam seid, habt ihr keine Chance! Eure Standartbewaffnung besteht aus einem Messer für den Nahkampf, einem Gewehr und ein paar Granaten. Für euer Gewehr findet ihr jedoch immer wieder temporäre Upgrades, besonders nützlich sind die Raketen und der Flammenwerfer. Am Ende eines jeden Levels stellt sich euch ein mächtiger Boss in den Weg, am verrücktesten ist unweigerlich der bewaffnete, laufende Leuchtturm. Sehr stark sind alle Obermotze und selbst mit viel Übung verliert ihr in den Kämpfen viele Leben. Der nervigste Spielabschnitt ist jedoch nicht der Kampf mit irgendeinem Boss, sondern ein Level, in dem ihr eine Mondlandefähre steuern und sicher landen müsst. Lasst euch gesagt sein: Wenn ihr das Fliegen im Simulator üben könnt, dann tut das. Wenn es danach nämlich ernst wird und ihr nicht mehr nur fliegen, sondern auch feindlichen Geschossen ausweichen müsst, kommt es sonst ganz schnell zu Frust.
Diesen bekommt ihr auch dann zu spüren, wenn ihr mal wieder aufgrund der etwas schwammigen Steuerung ein Leben an einem Hindernis verloren habt. Wenn Matt zum Beispiel ins Wasser fällt, stirbt er sofort. Trotz der Schwierigkeiten lässt sich das Spiel aber in zwei bis drei Stunden durchspielen. Motivation für weitere Spieldurchläufe gibt es durchaus: Ihr könnt nicht nur mehr Punkte erspielen und so immer neue Highscores aufstellen, sondern auch diverse Bonusmaterialien freischalten. Es gibt auch einen Zweispielermodus, jedoch lässt sich dieser nur offline an einem Fernseher spielen. Dennoch wage ich zu behaupten, dass das Spiel zu zweit einen Tick mehr Spaß macht als alleine. Außerdem ist geteilter Frust halber Frust. Grafisch und soundtechnisch geht „Matt Hazard: Blood Bath and Beyond“ in Ordnung, in beiden Bereichen dürft ihr aber keine Meisterleistungen erwarten. Der Begriff „Blood Bath“ im Titel ist im Übrigen passend gewählt: Viel Blut gibt es in diesem Spiel in der Tat. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der rote Lebenssaft irgendetwas parodieren soll – nur ist nicht klar, was das sein soll.
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