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DeathSpank ist ein Held, wie er im Buche steht: große Muskeln, coole Sprüche, eine schwere Rüstung sowie dicke Keulen und scharfe Schwerter zeichnen diesen Haudegen aus. Nur ihm wird daher zugetraut, das „Artefakt“ zu finden. Was genau dieses „Artefakt“ ist, wird euch zwar nicht gesagt, aber das ist im Grunde auch egal – es geht in erster Linie ja um die Heldentat! Doch bevor euer Alter Ego das „Artefakt“ in seinen mächtigen Händen halten darf, wollen dutzende Quests erledigt werden. Eine lange und beschwerliche Reise wartet auf euch! „DeathSpank“ ist in spielerischer Hinsicht ein klassisches Action-Rollenspiel, doch im Gegensatz zu den allermeisten anderen Vertretern des Genres bekommt ihr hier unglaublich viel Humor aufgetischt. Bereits Stimme und Betonung des Helden können euch immer wieder schmunzeln lassen, hinzu kommen einige unverschämt ulkige Kommentare: „Ich würde ja gerne sagen, dass ich mich weiter mit ihnen unterhalten möchte, aber das wäre eine Lüge.“ Auch in den Missionen warten unzählige Lacher auf euch: Relativ früh im Spiel sollt ihr ein Waisenkind aus einer Höhle retten, in die es von Dämonen verschleppt wurde. Nach einigen Kämpfen mit kleineren Dämonen erblickt ihr eine Gestalt, die vermutlich der Bossgegner sein soll. Doch wenn ihr euch dieser nähert, heult sie euch auf einmal vor, wie grausam das Waisenkind doch sei – nur um dann von euch zu fordern, sie in einem anständigen Kampf zu besiegen, um bei den anderen Dämonen nicht als Feigling zu gelten.
Wenn das Ungeheuer besiegt ist, wartet jedoch schon das nächste Problem auf euch: Das Waisenkind will nicht so einfach mitkommen: erst will es einen Lolli, dann ein Handy, anschließend ein Pony und zu guter Letzt einen neuen Vater – diesen müsst ihr dann für einen Tag mimen, was in einer ultrakomischen Zwischensequenz auch gezeigt wird. Zugegebenermaßen sind nicht alle Missionen so komisch, doch die meisten werden euch wie ein Honigkuchenpferd grinsen lassen! Erfreulich ist zudem, dass ihr für die Lösungen einiger Aufgaben sogar richtig nachdenken müsst: An einer Stelle sollt ihr den Mechanismus eines Staudamms reparieren, doch fehlt ein Zahnrad. Die Speichen eines Holzrades könnten als Zahnrad fungieren, doch wie kann bloß das Holz entfernt werden? Die Antwort ist im Grunde ganz simpel: Lasst es doch von Termiten abfressen! Mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt ihr jedoch nicht allzu schnell auf diese Antwort, bei vielen anderen Aufgaben sieht es nicht anders aus. Falls ihr einmal feststeckt, dürft ihr daher Hinweise auf die Lösung des jeweiligen Rätsels freischalten. Dafür benötigt ihr jedoch Glückskekse und die Anzahl dieser ist begrenzt. Ihr habt auf keinen Fall ausreichend viele, um einfach alle Hinweise zu kaufen, daher müsst ihr immer wieder abwägen – und am Ende doch noch nachdenken. Schön!
Was eure Hauptaufgabe ist, steht bereits früh im Spiel fest; die ganzen Nebenaufgaben erhaltet ihr von den vielen Personen, die in der Welt von „DeathSpank“ unterwegs sind. Es schadet also nicht, wenn ihr mit allen Leuten, denen ihr begegnet, redet. So vermeidet ihr auch, dass euch der eine oder andere ulkige Dialog entgeht. Absolvierte Nebenaufgaben bringen euch nicht nur neue Ausrüstungsgegenstände ein, sondern auch Erfahrungspunkte. Diese bekommt ihr zwar auch für besiegte Monster, doch am schnellsten steigt ihr Stufen auf, wenn ihr Missionen absolviert. Bei jedem Level-Up wird euer Alter Ego etwas stärker, doch dürft ihr euch zusätzlich immer für eine Bonuskarte entscheiden. Diese machen euch zum Beispiel schneller, lassen euch härter zuschlagen oder Rüstungen und Waffen verwenden, die eigentlich für einen höheren Level gedacht sind. Das klingt nach Freiheit in der Charakterentwicklung, doch diese gibt es nicht wirklich: Am Ende des Spiels seid ihr mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Level 20 und verfügt über alle Bonuskarten, die es gibt. Ihr könnt also nur beeinflussen, was ihr wie früh zur Verfügung habt.
Das Kampfsystem selbst ist leider etwas simpel: auf die Richtungstasten des Steuerkreuzes legt ihr Heilmittel und magische Tränke, auf die Face-Buttons die Waffen. In den meisten Fällen ist es anschließend ausreichend, wenn ihr intensives Button-Mashing betreibt und euch von Zeit zu Zeit heilt. Nur in den Bosskämpfen müsst ihr etwas mehr Geschick walten lassen. Erfreulich ist hingegen, dass ihr nicht zum Aufleveln gezwungen werdet. Ihr müsst nicht stundenlang an einer Stelle verweilen und immer wieder die gleichen Monster vermöbeln, nur um ein paar zusätzliche Erfahrungspunkte zu sammeln. Lobenswert ist ebenfalls, dass die Entwickler Teleporter-Klohäuschen über die Welt des Spiels verteilt haben, ihr könnt also meist ganz schnell und komfortabel zu einem Auftraggeber zurückkehren und euch eure Belohnung abholen, ohne erst 15 Minuten durch die Gegend latschen zu müssen. Wenn ihr eine Freundin oder einen Freund bei euch daheim habt, könnt ihr „DeathSpank“ auch kooperativ spielen: Der andere Spieler schlüpft dann in die Rolle eines Zauberers. Über das Internet funktioniert dieser Zweispielermodus leider nicht. In erster Linie ist „DeathSpank“ jedoch ein Spiel für Solisten, weshalb dieses Manko nicht ganz so schwer wiegt. Für die Grafik haben die Entwickler einen sehr schönen Comic-Stil zum Einsatz kommen lassen, der den Humor an vielen Stellen wirkungsvoll unterstützt. In puncto Sound können ebenfalls nur lobende Worte geäußert werden: die Hintergrundmusik wird niemals langweilig, die Synchronsprecher haben ihre Arbeit überragend gut gemacht. Doch Moment, etwas zu meckern gibt es da doch: „DeathSpank“ ist komplett auf Englisch, es gibt noch nicht mal deutsche Untertitel.
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| SCREENSHOTS |
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